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	<title>Ralf Koyro</title>
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	<description>Grundsätze sind gut, wenn sie sich über den Haufen werfen lassen.</description>
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		<title>Bochum kulinarisch: Man trifft sich.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 17:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koyro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Küche]]></category>
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		<description><![CDATA[Wo viele Menschen zusammen kommen, ist Wein, Geselligkeit und der eine oder andere appetitliche Happen selten fern. Bei den Fressmeilen-Feiern moderner Großstädte ist es oft sogar anders herum. Sie gelten quasi als Traumschiff-Light Ausgabe für alle, die einmal ein klein wenig &#8230; <a href="http://koyro.de/2011/08/bochum-kulinarisch-man-trifft-sich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo viele Menschen zusammen kommen, ist Wein, Geselligkeit und der eine oder andere appetitliche Happen selten fern. Bei den Fressmeilen-Feiern moderner Großstädte ist es oft sogar anders herum. Sie gelten quasi als <em>Traumschiff-Light</em> Ausgabe für alle, die einmal ein klein wenig an der Sternschnuppen-Küchentür kratzen möchten. Und sich anschließend wieder schnell an Muttern&#8217;s Herd wünschen.<span id="more-34"></span></p>
<p>In Bochum ist das nicht anders als andernorts auch. Wie an der Perlenschnur aufgezogen präsentiert sich hier die lokale Küchenszene alljährlich unter dem Motto &#8220;Bochum kulinarisch&#8221; im lässigen Stile fernsehbekannter Küchenbullen und Kochprofis. Aufgefahren wird, was der Großmarkt nur hergibt und was vom Namen so richtig etwas hermacht. Hummer trifft Stopfleber, Sashimi begegnet glasierter Flugentenbrust. So weit so schön.</p>
<p>Nun ist das Ruhrgebiet nicht gerade das Mekka jahrhundertealter Esskultur, aber immerhin ein gewachsener Schmelztiegel verschiedenster Kulturen und Einflüsse. Insofern ist die internationale Küche, die hier zumindest in Teilen aufgefahren wird, schon an der richtigen Adresse. Ein wenig mehr Bodenständigkeit würde der Sache dabei aber sicher besser entsprechen. Denn die Besucher der kulinarischen Meile sind mit den komplizierten Speisen nicht selten ebenso überfordert, wie die vielen Klein-Olivers und Mini-Mälzers hinter den Herdplatten. Gut, dass es da wenigstens noch das grundsolide Bochumer Fiege-Pils zum Herunterspülen gibt.</p>
<p>Der Verfasser dieser Zeilen hatte in diesem Jahr das Vergnügen einen kanadischen Hummer zu &#8220;genießen&#8221;, dessen Konsistenz einem alten Fahrradschlauch gleichkam und der auch rein optisch eher an einen Küchenunfall als an eine Spitzenpräsentation erinnerte. Denn hinter dem zarten Wort &#8220;entschalt&#8221; verbarg sich offenbar unumgänglich eine Präparation des Schalentiers, die jedem Essen-auf-Rädern Dienstleister zur höchsten Ehre gereicht hätte. Dabei habe ich nicht schlichtweg Pech gehabt, da das Niveau meines Tellers in keiner Weise vom beobachteten Rest abwich.</p>
<p>Vielleicht liegt es am desaströsen Lobster, vielleicht an meiner generellen Garstigkeit, wenn ich Veranstaltungen wie &#8220;Bochum kulinarisch&#8221; am Liebsten aus der Stadt katapultieren würde. Gute Restaurants haben sich in dieser Stadt schon immer nur sehr schwer durchsetzen können. Sie müssen nun nicht gleich alle auf einmal und auch noch an einem zentralen Ort beweisen, warum das so ist. Das schadet den wenigen, die wirklich etwas zu bieten haben. Und der Bochumer an sich, kommt doch mit Fiege und Dönnighaus bestens zurecht. Warum dann nicht alternativ eine Fressmeile zu Ehren der Currywurst? Und für den internationalen Touch noch ein paar Dönerstände anbei. Mahlzeit.</p>
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		<title>Broder liest Roche</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 16:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koyro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[broder]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[roche]]></category>
		<category><![CDATA[schossgebete]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie viel Geilheit braucht unsere Welt? Wie tief muss man in die individuellen Abgründe und Körpersäfte von Menschen noch eintauchen, um etwas Neues über das Leben zu lernen? Geht es nach dem großen zeitgenössischen Zyniker Henryk M. Broder können wir &#8230; <a href="http://koyro.de/2011/08/broder-liest-roche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viel Geilheit braucht unsere Welt? Wie tief muss man in die individuellen Abgründe und Körpersäfte von Menschen noch eintauchen, um etwas Neues über das Leben zu lernen? Geht es nach dem großen zeitgenössischen Zyniker Henryk M. Broder können wir per se gar nicht anders, als immer tiefer und tiefer zu graben. Für ihn ist das wie im Sport. Es geht immer höher. Immer schneller. Immer weiter. Unaufhaltsam.<span id="more-1"></span></p>
<p>Haben wir uns dann weit genug herabgelassen, stoßen wir auf Erkenntnisschätze wie &#8220;Kaffe machen ist schwerer als blasen!&#8221; oder &#8220;Liebe und Verliebtheit ist nur der romantische philosophische Überbau, damit wir vor uns selber nicht zugeben müssen, dass wir einfach nur geil auf jemand sind&#8230;Das ist die Erklärung für den ganzen Wahnsinn, der passiert zwischen erwachsenen Menschen.&#8221;</p>
<p>Sehr viel Erkenntnisgewinn kann ich solchen Zeilen persönlich nicht abgewinnen. Und sie sind noch nicht einmal so originell geschrieben, dass man ein wenig Spaß an ihnen hätte. Da gab es Leute, die haben über das gleiche Thema bereits vor vielen, vielen Jahren deutlich unterhaltsamer geschrieben. Und deutlich provokanter. Denn in ihren Zeiten hatten sie mit ihrem Schaffen tatsächlich noch etwas zu verlieren. Haben etwas für ihre Überzeugungen riskiert.</p>
<p>Roche tritt auf in einer Zeit, in der wir tagtäglich das erbärmliche Schicksal dutzender Menschen &#8211; medial stimmig im Stammtischformat aufbereitet &#8211; in den Daily-Doku-Soaps Kölner Hinterhofsender zum Fraß angeboten bekommen. Aber eben mit dem Unterschied (und da hat der gute Herr Broder dann vollkommen recht), dass diese Protagonisten nicht auf der Longlist potenzieller deutscher Fernseh- und Literaturpreisempfänger erscheinen. Ebenso wenig wie die darstellenden &#8220;KünstlerInnen&#8221; auf youporn.com übrigens. Frau Roche empfängt dagegen nicht nur multiple Orgasmen, sondern &#8211; neben den Tantiemen einer Bestseller-Autorin &#8211; jetzt neuerdings auch noch die gesalbten Weihen des Feuilleton-Establishments. Da kommt echter Neid auf. Und Verzweiflung.</p>
<p>Broder liest Roche. Aber warum er das tut, kann er eigentlich nicht so richtig sagen. Nicht überzeugend jedenfalls. Nur grad so wie ein alter Furz, der sich in der feuchten Vagina einer Mittdreißigerin verirrt hat.</p>
<p>Deshalb wird es dabei bleiben, dass der Koyro die Roche nicht liest. Und damit vermutlich auch nicht wirklich viel verpasst.</p>
<p><em>Beitrag zu: Die PornografInnen. Henryk M. Broder. Welt am Sonntag, 14. August 2011, Seite 41</em></p>
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